Das Zwerchfell als wichtiger Faktor für Gesundheit

Zusammenhang Zwerchfell und Lungensystem

In der Osteopathie nimmt das Zwerchfell (diaphragma abdominale) einen großen Stellenwert ein. Nun ist es jedoch so, dass durch unsere vorwiegend sitzende Lebensweise und dem von Bewegungsmangel geprägtem Alltag das Zwerchfell in seiner Funktion bei den meisten Menschen gestört ist. Diese gestörte Funktion hat immense Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Daher gibt es einige osteopathische Techniken, die das Zwerchfell unterstützen und einen Impuls geben wieder besser zu arbeiten. An dieser Stelle möchten wir gerne ein paar Punkte beleuchten, warum ein gut arbeitendes Zwerchfell gerade für ein starkes Immunsystem wichtig ist:

  1. Atmung
  2. Venöser- und lymphatischer Rückfluss
  3. Unterstützung der Mobilität innerer Organe

1. Die Atmung

Als zentraler Muskel für die Atmung arbeitet unser Zwerchfell ähnlich wie ein Blasebalg. Durch die Kontraktion des Zwerchfells ensteht ein Unterdruck im Brustbereich, Luft kann dadurch einströmen. Bei der Ausatmung entspannt das Zwerchfell (gleichzeitig spannen die Bauchmuskeln an) und verbrauchte Luft kann wieder ausströmen.

In der Lunge findet in den Lungenbläschen der Gasaustausch von Sauerstoff und Stickstoff statt. Je tiefer und vollständiger die Atmung, desto besser kann dieser Gasaustausch statt finden. Man bei einer vollständigen Atmung auch von einer guten Belüftung der Lunge sprechen.

Das Zwerchfell kontrahiert mit jedem Atemzug, also 20.000 – 24.000 mal am Tag. Arbeitet das Zwerchfell mit gestörter Funktion, wird beispielsweise auch die Lunge nicht vollständig „belüftet“, der Gasaustausch findet nicht in überall statt. Wenn bestimmte Bereiche der Lunge nicht mehr ausreichend „beatmet“ werden, sind diese Bereiche ein hervorragendes Milleu für Krankheitserreger. Viele Krankheitserreger lieben anaerobe (sauerstoffarme) Umgebungen und können sich hier besser vermehren.

Schon allein aus diesem Grund ist eine tiefe und vollständige Atmung durch das Zwerchfell ein wichtiger Baustein für unsere Gesundheit. Wie eine tiefe und vollständige Atmung aussehen kann, wird Thema des nächsten Blog Eintrages.

2. Venöser und lymphatischer Rückfluss

Durch das Zwerchfell hindurch treten zwei für das Immunsystem sehr wichtige Gefäße:

a) Die große Hohlvene (Vena Cava)
Über Hohlvene wird sauerstoffarmes und durch die Leber mit Nährstoffen angereichertes Blut zum Herz zurück transportiert. Die Hohlvene tritt beim Übergang vom Bauch- in den Brustraum durch das Zwerchfell hindurch. Das Zwerchfell hat hier die wichtige Aufgabe durch Verschiebung der Druckverhältnisse im Brust- und Zwerchfell das Blut zum Herzen zu transportieren. Das Zwerchfell unterstützt damit die Pumpfunktion des Herzens. Die Zirkulation des venösen und arteriellen Blutes ist ein erheblicher Faktor für die Gesundheit, da der Körper mit Nährstoffen, Hormonen, Sauerstoff und immunologischen Stoffen versorgt wird.

b) Ductus Thoracicus (Lymphsammelstamm in der Brusthöhle)
Das Lymphsystem hat in unserem Körper die wichtige Aufgabe, Abfallstoffe aufzunehmen und zu befördern. Zudem werden im Lymphsystem die weißen Blutkörperchen (Lymphozyten) transportiert, die ein Teil der Immunabwehr bilden. Ein wichtiger Lymphsammelstamm, der Ductus Thoracicus, tritt durch das Zwerchfell hindurch und befördert die Lymphe in den rechten oberen Venenwinkel.
Auch hier kann erst mit der Arbeit des Zwerchfells die Lymphflüssigkeit optimal befördert werden.

3. Unterstützung Mobilität der inneren Organe

„Jede lebende Struktur benötigt Bewegung“ – Alles um uns herum und auch in uns – sogar auf Ebene der Zelle – benötigt Bewegung um zu leben. Unsere inneren Organe des Bauchraums sind entweder direkt oder indirekt durch fasziale Strukturen (z.B. Ligamente) am Zwerchfell aufgehängt. So ist zum Beispiel die Leber – unser größtes Entgiftungsorgan – direkt an einigen Stellen mit dem Zwerchfell verwachsen. Ein eingeschränktes Zwerchfell verringert die Bewegung dieser Organe und schränkt somit auch ihre Funktion ein.

Nun gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, die Arbeit des Zwerchfells zu unterstützen. Auf einige Möglichkeiten gehen wir hier im Blog ein, andere Möglichkeiten zeigen wir Ihnen gerne in einer osteopathischen Behandlung auf. Dabei ist jedoch wichtig, das eine osteopathische Behandlung allenfalls einen Anstoß geben kann. Bei unserer heutigen meist sitzenden Tätigkeit sind jedoch regelmäßige Übungen zur Aktivierung des Zwerchfells entscheidend für unsere Gesundheit.


Muskeltraining für das Immunsystem

Muskeltraining für das Immunsystem

Aus Sicht einer integrativen Naturheilkunde gibt es verschiedene Maßnahmen, die zu einer gesundheitsorientierten Lebensgestaltung regelmäßig durchgeführt werden sollten.

Diese Maßnahmen kann man sich wie Werkzeuge in einem Werkzeugkasten vorstellen. Da unser Körper sehr komplex und nur in seiner Gesamtheit gut „lebt“, ist es sinnvoll einige dieser Werkzeuge zu kombinieren und in eine Routine einzubinden.

Diese Routine und Kontinuität im Einsatz der Werkzeuge kann dann zu einem gewünschten Ergebnis wie beispielsweise ein stärkeres Immunsystem führen.

In der Medizin wird immer mehr deutlich, wie wichtig Muskeltraining gerade auch für ein gesundes Immunsystem ist. Daher möchten wir gerne eine Erklärung dieser Zusammenhänge posten.

Diese Zusammenhänge wurden von Prof. Dr. med. Zimmermann, Mario Görlach und Andreas Bredenkamp im folgenden anschaulich erklärt:

„Nie waren Wachstumsreize so wichtig wie in dieser schwierigen Zeit, denn Muskeln produzieren unter Belastung Botenstoffe, die sogenannten Myokine, die der Kommunikation zwischen den Organen dienen, und die in der Lage sind, uns vor Erkrankungen wirksam zu schützen.

Sie sind sinnbildlich gesprochen so etwas wie Ladestationen und Wegweiser für unser Immunsystem. Offensichtlich sind es dabei gerade überschwellige Belastungen, die diese wichtigen Botenstoffe in großer Zahl in unseren Kreislauf ausschütten und uns damit besonders wirksam vor Erkrankungen schützen können.

Gerade in Zeiten, in denen uns ein Virus quasi „ruhigstellt“, ist die Produktion an Myokinen besonders wichtig, weil langes Liegen zu einem Abbau an T-Lymphozyten führt. Die T-Lymphozyten sind in unserem Körper für die Immunabwehr verantwortlich. Durch langes Liegen verliert der Körper jeden Tag einen gewissen Prozentsatz an T-Lymphozyten.

Sie können sich diesen Verlust vorstellen wie die Batterie bei einem Oldie, den sie über den Winter in die Garage stellen. Ist die Batterie voll, springt der Wagen im Frühjahr wieder an. Ist die Batterie schon relativ leer, wenn sie ihn in die Garage stellen, kann es zu einer Tiefenentladung kommen und dann brauchen Sie im Frühling eine Neue.

In gleicher Weise wie in dem Vergleich mit der Batterie verliert ein Mensch, der längere Zeit ruhiggestellt wird, T-Lymphozyten. Gehen diese zurück auf 0 Prozent, kommt das einer Tiefenentladung gleich und dann gibt es keinen Weg zurück ins Leben.

Da bei älteren Menschen die „Lebensbatterie“ nicht mehr so gut aufgeladen ist wie bei jungen Menschen, sind lange Liegephasen und eine zusätzliche Belastung durch einen Virus für sie eine Verkettung ungünstigster Faktoren, was ihre Gesundung betrifft. Aus diesem Grund sind ältere Menschen von dem Virus wesentlich stärker betroffen als jüngere Menschen, deren „Lebensbatterie“ gut aufgeladen ist.

Deshalb sollte jeder Gesunde darauf achten, durch Muskelbelastungen seine „Lebensbatterie“ in einem guten „Ladezustand“ zu halten, falls es durch die Belastung durch einen Virus zu einer längeren Ruhigstellung kommen sollte, die für das Immunsystem als solche schon eine Belastung darstellen würde.   

Wichtig ist, dass es offensichtlich gerade die überschwelligen Belastungen sind, die zu einer starken Produktion von Myokinen führen und damit unser Immunsystem trainieren. Belastungen also, die über unsere Alltagsbelastungen weit hinausgehen. Dass es gerade überschwellige Belastungsreize sind, die unser Immunsystem trainieren, kennen wir im Zusammenhang mit Hitze und Kälte. Gehen wir nämlich vom Warmen ins Kalte, holen wir uns schneller mal eine Erkältung. Gehen wir aber vom extrem Warmen, also aus der Sauna, ins extrem Kalte, also ins Tauchbecken, dann wird unser Immunsystem trainiert, um uns vor den Alltagsbelastungen besser schützen zu können.

Wie in dem Saunabeispiel so sind es also offensichtlich auch gerade die überschwelligen Muskelbelastungen durch ein regelmäßiges Muskeltraining, die unseren Körper auch im Falle einer Virusinfektion  wirkungsvoll schützen.  

Was allerdings für die Sauna gilt, das gilt auch für muskuläre Belastungen. Liegt eine Entzündung bereits vor, hilft die Sauna nicht und dann sollte man auch nicht trainieren, weil das Training selbst eine Belastung für das Immunsystem darstellt. Hier hilft nur Ruhe.

Wenn Sie im Augenblick aufgrund der gegebenen Situation nicht in den Fitnessclub gehen können, aber gesund sind, trainieren Sie Ihre Muskeln zu Hause durch einfache Übungen wie Klimmziehen, Kniebeugen, Hockstrecksprünge und Liegestütz, um ihr Immunsystem leistungsfähig zu erhalten. …“

Wenn Sie Anregungen haben möchten, für ein auf Ihre Beschwerden ausgerichtetes Muskeltraining, kommen Sie gerne auf uns zu!

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